Eine Woche vor dem offiziellen Beginn des neuen Ausbildungsjahres kann das Handwerk im Westen mit guten Nachrichten aufwarten: Zum Monatsende Juli 2010 ist die Zahl der neuen Lehrverträge im Handwerkskammerbezirk Düsseldorf (55.000 Unternehmen; 300.000 Beschäftigte) im Vergleich zum selben Vorjahreszeitpunkt um 1,5 Prozent gestiegen. Insgesamt konnte die Handwerkskammer Düsseldorf bis dato 4.055 Ausbildungsverträge (Vorjahr 3.995) in der Lehrlingsrolle registrieren. Bis zum Abschluss der Nachvermittlung zum Jahresende rechnet die Kammer vor dem Hintergrund der stabil positiven Entwicklung auf dem handwerklichen Ausbildungsmarkt mit annähernd 9.000 neu zustande gekommenen Ausbildungsverhältnissen. Der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Prof. Wolfgang Schulhoff: „In unruhiger Zeit ist es gut, dass es noch Verlässlichkeit gibt: Das Handwerk bleibt als Ausbilder Nummer 1 eine sichere Adresse!“
In sektoraler Betrachtung haben die ausbildenden Berufe des Elektro- und Metall-Handwerks (Elektroniker, Anlagenmechaniker SHK, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer etc) sowie das Bau- und Ausbaugewerbe (Maurer, Maler, Dachdecker etc.) mit einem Lehrlingszuwachs um jeweils 7,2 Prozent deutlich die Nase vorn. Bemerkenswert ist dabei vor allem der Kapazitätsaufbau in den Ausbildungsberufen rund ums Gebäude. „Für Bewerber mit ordentlichen Schulabschlüssen, handwerklichem Geschick und Freude an Teamarbeit stehen gerade im Bau- und Ausbauhandwerk wieder vermehrt Türen offen“, machte der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer und Leiter der Hauptabteilung Berufsbildung der Kammer, Dr. Axel Fuhrmann, noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern Mut.
Noch nicht ganz die Vorjahreszahlen erreicht haben dagegen die Tischlereien im Kammerbezirk Rhein/Ruhr/Wupper sowie die Lebensmittelhandwerke (Bäcker, Fleischer, Konditoren). Schulhoff: „Noch immer suchen Handwerksunternehmen helle Köpfe und flinke Hände. Unsere Firmen, die Einzelbranchen und das gesamte Handwerk haben die Mitarbeiter und Meister der Zukunft fest im Blick und ihre Marketinganstrengungen stark ausgeweitet. Sie nutzen dafür die großangelegte Imagekampagne des Handwerks in vielfältiger Weise. Denn wer heute nicht ausbildet, hat morgen keinen Gesellen und übermorgen keinen Nachfolger,“ betonte der Kammerpräsident. Der Lehrstellenmarkt profitiere ferner „von der verbesserten Geschäftslage der Unternehmen nicht zuletzt im Segment der energetischen Gebäudemodernisierung durch private und - dank des Konjunkturpakets II - auch durch öffentliche Auftraggeber“, ergänzte Fuhrmann am Freitag vor Journalisten in Neuss die Analyse. Der 48-jährige Berufsbildungsexperte der Kammer hatte seine Botschaft zugunsten einer Karriere mit (Bau-)Lehre zuvor durch einen einwöchigen Praktikumseinsatz im Bauunternehmen von Siegfried Rohde, dem Obermeister der Bau-Innung für den Kreis Neuss, untermauert.
Informationen über Handwerksbetriebe, die ausbilden, finden interessierte bzw. noch unversorgte Jugendliche im Internet unter: www.hwk-duesseldorf.de. Die elektronische Lehrstellenbörse der Kammer hält immerhin noch eine dreistellige Zahl an Offerten in 30 Berufen des größten ausbildenden Wirtschaftsbereichs (30 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse) parat.
Quelle: Handwerkskammer Düsseldorf |
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