Das Handwerk hat bundesweit eine Imagekampagne unter dem Titel „Das Handwerk - die Wirtschaftsmacht von nebenan" gestartet. Mit der Kampagne sollen, so der ZDH, die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks unterstrichen und Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk begeistert werden.
„Der DGB bewertet die Imagekampagne des Handwerks grundsätzlich positiv. Die beste Werbung, um Nachwuchskräfte zu gewinnen, sind jedoch gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und verbindliche Tarifverträge", erklärt Claus Matecki. Von solchen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sei das Handwerk aber teilweise weit entfernt. „Wenn die Kampagne tatsächlich wieder mehr junge Menschen für die Arbeit in Handwerksberufen gewinnen soll, müssen ZDH und die Handwerkskammern vor Ort bei den Betrieben auf ein nachhaltiges Umdenken und auf bessere Arbeitsbedingungen in der Branche drängen", so Matecki weiter. Das nütze dem Image des Handwerks nachhaltiger als jede noch so gute Kampagne.
Eine vom ZDH 2008 in Auftrag gegebene FORSA-Umfrage hatte deutlich die Defizite im Handwerk aufgezeigt: Das Image bei der Jugend ist schlecht, der Nachwuchs bleibt aus. Im vergangenen Jahr konnten nach Angaben des ZDH bundesweit bereits 10.000 Ausbildungsplätze im Handwerk nicht mehr besetzt werden.
Gesellen im Handwerk verdienen fünf Euro weniger als Facharbeiter in der Industrie
Das schlechte Image hat seinen Grund: Immer seltener gelten für Handwerksbetriebe und ihre Beschäftigten verbindliche Tarifverträge, viele Firmen gehören keiner Innung mehr an oder die Innungen ziehen sich aus dem Tarifgeschäft zurück. Die Lohndifferenz zwischen Handwerksgesellen und Facharbeitern in der Industrie liegt mittlerweile im Durchschnitt bei fünf Euro je Stunde.
In der Gebäudereinigung, im Friseurhandwerk und im Lebensmittelhandwerk sind Minijobs und andere prekäre Beschäftigungsformen, insbesondere für Frauen, an der Tagesordnung. „Stundenlöhne von unter fünf Euro sind in Handwerksberufen keine Seltenheit", erklärt Claus Matecki. „Das hat mit ‚Guter Arbeit' nichts zu tun. Demotivierte und unterbezahlte Beschäftigte sind keine gute Visitenkarte für ein Handwerksunternehmen." |
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